Reisebericht Sizilien- die Highlights eines Kurzurlaubs

Share Button

Es war Oktober und wir wollten noch mal in die Sonne- nach einer kurzen Recherche stand schnell fest: Wir fahren nach Sizilien! Doch was ist sehenswert wenn man nur wenige Tage Zeit hat? Unsere 3 Highlights des Kurzurlaubs.

1.Erice

Am 2. Tag führte uns die Reise bereits nach Trapani- von da aus nahmen wir die Seilbahn nach Erice. Wer nicht die Seilbahn nehmen möchte, kann natürlich auch mit dem Auto hoch fahren. Diejenigen, die aber die spektakuläre Aussicht, die man von der Seilbahn aus hat, nicht verpassen möchten, müssen zur Station “Funiva Erice”.

No worries, es fährt auf jeden Fall ein Stadtbus zur Seilbahnstation. Wir selbst mussten zwei Mal die Stadtbusse wechseln und hätten die Halstestelle fast verpasst. Die liegt nämlich nicht mehr im Zentrum von Trapani. Zum Glück hat uns ein Schüler (jupp, wir hatten den Schulbus erwischt), der schon ahnte wohin wir wollen, noch “you have to get off here!! ” zugerufen. :)

Und dann gings schon ordentlich bergauf. Erice ist ein kleines Bergdorf, das spektakuläre Aussichen bietet und durch seine altertümlichen Steinbauten unglaublich viel Charme hat. Wenn das Wetter mitspielt könnt ihr sogar bis nach Tunesien (Cape Bon) schauen!

Erice Seilbahn

Bis nach Tunesien konnten wir zwar nicht schauen, aber auch diese Aussicht alleine war schon phänomenal. Da in Erice nur wenige hundert Menschen leben, ist es wirklich gemütlich: Man findet kleine, schnuckelige Cafés, liebevoll hergerichtete Restaurants und allerhand Ateliers.

IMG_3205
IMG_3199
IMG_3180
20141016_151252
IMG_3165
IMG_3156
IMG_3185

Insgesamt sind wir gute 6-7 Stunden durch die mittelalterliche Stadt geschlendert. Natürlich kann man hier gut einen ganzen Tag verbringen (besonders toll wenn man während des Sonnenunterganges wieder runter nach Trapani fährt), aber da wir nur 4 Tage Zeit hatten und bereits schöne Eindrücke gesammelt hatten, ging es für uns am Spätnachmittag wieder zurück.

2. Cefalù

Oh Cefalù, du schöne Küstenstadt! An unserem vorletzten Tag wollten wir nichts anderes tun, als nur faul am Strand zu liegen und vielleicht noch ein wenig durch die Stadt zu bummeln- natürlich auf der Suche nach leckerer Nahrung italenischer Art (Eiiiiiiiis). Zwar gibt es auch in Palermo Strände, aber wir wollten unbedingt die Küste ein wenig entlangfahren. Also auf zum Hauptbahnhof Palermo! Rund eine Stunde später waren wir schon in Cefalù. Problemlos fanden wir den Weg zum Strand (aka immer den Leuten hinterher) und dort blieben wir die nächsten Stunden.

cafalu strand

Nach dem Mittag schauten wir uns ein wenig die Stadt an. Im Zentrum steht der Dom, von da aus führten uns kleine, süße Gassen wieder hinunter zum Meer. Doch bevor wir wieder zurück zum Strand liefen, hab es natürlich noch eine große Portion Pistazieneis im Brioche (ja, das isst man auf Sizilien so).

cefalu dom

Besonders schön ist Cefalù am Spätnachmittag und Abend. Dann ist es weniger voll und die kleinen Gassen werden vom goldenen Sonnenlicht durchflutet. Wirklich wunderschön- und gegen einen Sonnenuntergang am Meer hat sicherlich auch niemand etwas einzuwenden :-).

Cefalu Stadt
20141018_151850
20141018_181226

 

3. Palermo

Die einen hassen es, die anderen lieben es: Palermo! Palermo ist rau, voller Energie, verwinkelt, vielfältig und im Vergleich zu Rom oder Florenz sind hier nicht alle Sehenswürdigkeiten auf einem Fleck versammelt.

Schon beim Anflug auf Palermo wusste ich, dass ich Sizilien mögen werde. Diese kargen, schroffen Berge, das türkise Wasser, diese dicht bebaute Stadt. Nachdem wir gegen 20 Uhr landeten, nahmen wir den Flughafenbus gen Zentrum. Der Weg dorthin führte uns auch durch die Vororte, in denen man Sizilien seine Armut ansieht: Bröckelnde Häuserfassaden, vollgeschmierte Wände, rumliegender Müll. Doch man sollte sich von den ersten Eindrücken nicht völlig einnehmen lassen und Palermo eine Chance geben, denn dann erlebt man eine quicklebendige und herzliche Stadt!

Palermo Stadtzentrum

Blick auf eine der Hauptstraßen Palermos: die Via Roma

Am Bahnhof Palermo angekommen, mussten wir quasi nur noch über die Straße gehen und waren sogleich in unserem Hotel. Zimmertür auf, Koffer rein und schon ging die Nahrungssuche los (ja, wir müssen wirklich verfressen klingen…aber hallo?! Wir sind in Italien!! Was soll man machen?! :-)). Fündig wurden wir Ferro di Cavallo – ein Ristorante ganz nach Lymas Geschmack: Authentisch, local und erschwinglich. Das ganze Restaurant war voll: es wurde gelacht, geklatscht, gegessen, getrunken und wieder gegessen. Wirklich wie in einem typisch italienischen Film. Ach ja, und das Essen war wirklich vorzüglich. Falls ihr dem Ferro di Cavallo auch einen Besuch abstatten wollt, müsst ihr unbedingt die Cannoli probieren!

palermo restaurant

Am nächsten Tag sind wir einfach mal “drauf los” und das führte uns zunächt in das Viertel Albergheria, wo es die meiste Zeit nach Weed roch und die Gassen kleiner und dunkler wurden. Irgendwann kamen wir dann aber beim Mercato di Ballaro an. Da ich generell das Gewusel und die Vielfalt der (Wochen)Märkte liebe, fand ich auch diesen Markt spannend. Ob frischer Fisch, Gemüse, Süßigkeiten oder Eingelegtes- hier findet man wirklich alles, was das Feinschmeckerherz begehrt.

Palermo Markt

Auf dem Mercato di Ballaro

 

Ich selbst könnte mich eine gefühlte Ewigkeit auf Märkten aufhalten (siehe Istanbul, wo wir fast einen ganzen Tag brauchten), doch wir wollten noch unbedingt in die Katakomben von Palermo. Da diese etwas außerhalb liegen und wir uns auch nicht so stressen wollten, haben wir uns nach ungefähr einer Stunde Marktbesuch auf den Weg dorthin gemacht.

palermo katakomben

der graue 36 Minuten Pfad war unser Spaziergang

 

Falls ihr euch auch für den Fußweg entscheidet (wenn das Wetter mitspielt, solltet ihr das unbedingt), kann ich euch den Weg über die Via Vittorio Emmanuele (wird später zum Corso Calatafimi) empfehlen. Dort schlendert man vorbei an Kathedralen, versteckten Hinterhöfen und geschäftigem Treiben in den Nebenstraßen.

20141017_141516
20141017_141719
20141017_142745
20141017_141730
20141017_143821

Im Piazza della Vittoria , beziehungsweise im dazugehörigen Garten gönnten wir uns eine kleine Verschnaufpause (denn auch Im Oktober ist es noch ordentlich warm) und genossen den Blick ins Grüne.

Piazza della Vittoria PalermoAn der Stelle überlegten wir doch kurz, den Bus zu den Katakomben zu nehmen und liefen zur Bushaltestelle ganz in der Nähe. Da dieser Bus aber, warum auch immer, einfach nicht kam, setzten wir unseren Spaziergang fort.

In den Catacombe dei Cappuccini sind Fotos leider nicht gestattet, daher kann ich euch nun keine Fotos von den Mumien und Gebeinen aller Art zeigen. 8000 Parlamentarier und andere Mächtige Palermos ließen sich mumifizieren und zur Schau stellen. Ein Platz in den Gängen der Katakomben zu bekommen war eine durchaus kostspielige Sache, aber so konnten die Reichen und Mächtigen ihre Macht noch im Jenseits demonstrieren.

Nachdem wir Palermos Top Skeletons besichtigten, machten wir uns wieder auf den Weg ins Zentrum. Ich verspreche, das ist der letzte Slider in diesem Beitrag- aber ich möchte euch nicht die schönen Abendimpressionen Palermos vorenthalten. :-)

20141017_183931
20141017_184025
20141017_184143
20141017_185156

So viele Eindrücke machen natürlich hungrig und so unternahmen wir unseren letzten “Ausflug” des Tages- der Weg zur Pizzeria Frida. Dort gab es, meiner Meinung nach, die beste, beste, beste Pizza (ever?). Neben den gängigen “Klassikern”, gab es auch sogenannte “Vulkanpizzas” und interessante Kombis wie Aubergine, Minze und Pistazien. Nom Nom Nom. Da war es klar, dass wir den, zum Glück kurzen Weg zum Hotel, nur noch rollend meistern konnten.

Pizza Frida Palermo

Wie ihr seht, gibt es auch in Palermo einiges zu sehen und zu entdecken. Falls es irgendwie auf eurer geplanten Sizilienroute liegt, nehmt es mit! Auch wenn es nur 2 Tage sein sollten: Es lohnt sich :)!

Natürlich ist das noch lange nicht alles, was Sizilien zu bieten hat. Das nächste Mal steht Süd(ost)sizilien auf dem Plan. Wart ihr schon in dem Teil Siziliens? Was sind eure Highlights?

Bilder: (c) Winkeljournalisten

Share Button
||||| 1 Me likey! |||||

Written by Lyma

Lyma= die größe Faultierliebhaberin, reisesüchtig, designverliebt, Palmenfan und Japanbesessen. Du willst mehr Infos und wissen, was ist ein Winkeljournalist ist? Dann klick auf "Wer sind wir" :)

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>