In Afrika muss man nicht übers Wetter reden. Oder doch?

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Ich bin in Tanzania. Es regnet. Es ist kalt. Und ich friere. Ist das möglich? Wahrscheinlich ist die Vorstellung, direkt unterhalb des Äquators muss es immer warm und sonnig sein, gar nicht so ungewöhnlich. Selbst die gute Chimamanda meinte “we never talked about the weather, because there was no need to.”

Die Wahrheit ist allerdings, dass hier ständig über das Wetter gesprochen wird. Jeden Tag. Entweder, es ist super heiß und sonnig, oder es regnet und ist ganz schön kalt. Nagut, bei “ganz schön kalt” denkt der Europäer an Temperaturen um den Gefrierpunkt. Momentan hat es hier so um die 20 Grad. Das bringt vor allem für Ältere einige Probleme mit sich. Ich höre sehr oft, dass Leute hier Gelenk- oder Muskelschmerzen bekommen – besonders in den Knien.
Ich für meinen Teil, und das beschämt mich schon ganz schön, war eigentlich seit Ostern etwas wacklig auf den Beinen. Von irgendwelchen wilden Darmbakterien über Malaria bis zur schnieken Erkältung war in den letzten Monaten eigentlich so ziemlich alles dabei. Aber jetzt geht’s wieder. Toitoitoi!

Als ich vor drei Monaten hier angekommen bin, hat man sich durchweg darüber beschwert, dass die Regenzeit doch endlich mal anfangen soll, weil die Felder bestellt werden müssen – und sowieso sei alles zu staubig und zu heiß.

Februar: trocken, staubig, schön!

Februar: trocken, staubig, schön!

März: die Regenzeit beginnt und die unbefestigten Straßen werden zum Schlitterspaß

März: die Regenzeit beginnt und die unbefestigten Straßen werden zum Schlitterspaß

Regenzeit: unmöglich ohne schlammige Füße oder Schuhe nach Hause zu gelangen.

Regenzeit: unmöglich ohne schlammige Füße oder Schuhe nach Hause zu gelangen.

Mai: Regen tut gut, denn das Gemüse wächst und gedeiht! Hier: "Saladi" im Wasser.

Mai: Regen tut gut, denn das Gemüse wächst und gedeiht! Hier: “Saladi” im Wasser.

Juni: Kaaaalt! Es gibt keinen Tag, an dem wir ohne Jacke aus dem Haus gehen.

Juni: Kaaaalt! Es gibt keinen Tag, an dem wir ohne Jacke aus dem Haus gehen.

Wann also nach Tanzania reisen? Das kommt natürlich darauf an, was man sich so erwünscht und erwartet. Im Allgemeinen kann man sagen, dass die richtige (große) Regenzeit wirklich nichts für Touris ist, hier kommt der Monsun “Kuzi”. Beim Bergsteigen hat man mit Rutschgefahren zu kämpfen, am Strand ist es kalt und – ja, es regnet halt, und für die Tiergucker sind die Straßen zum Teil unbefahrbar und das Gras zu hoch. Es ist allerdings auch die günstigste Zeit – wer also einfach nur in Tansania abhängen will: karibu!
Diese Zeit nennt man hier übrigens auch “Low Season”.

März, April, Mai: kühl, Regen -> große Regenzeit
Juni, Juli: kalt/kühl, trocken
August, September, Oktober: warm, trocken
November, Dezember: warm, etwas Regen -> kleine Regenzeit
Januar, Februar: heiß, trocken

Idealerweise reist man also in den trockenen Monaten Ende Dezember/Januar/Februar oder in Juni bis Oktober.
Wer am liebsten den Kibo (Kilimanjaro) besteigen möchte, kommt am besten im Januar oder Februar – dann ist es am wärmsten und die Sicht am besten. Leider kommen dann aber auch die meisten Bergtouristen. Wen das stört, sollte eventuell einen anderen (trockenen) Monat in Erwägung ziehen, bspw. Oktober. Die kühlen Monate sind eher nix, weil es auf dem Berg tatsächlich sehr kalt sein kann und es ziemlich neblig ist.
Für den Strand eignet sich vor allem die Saison, in der bei uns auch Sommer ist: August, September, Oktober. Im Juni/Juli kann es noch ganz schön windig sein, was aber dennoch vor allem für hitzeempfindliche Menschen ideal ist.
Zum Tieregucken auf Safaris sollte man bedenken, dass die ständig am Umherziehen sind. Vor allem Juli und August wären optimal, das Land wird wieder trockener und die Tiere ziehen zu den Flüssen. Danach ziehen Zebras und co. so langsam nach Kenia.

Ich für meinen Teil mag auch die “High Season” ab August am allerliebsten. In der kühlen Zeit ist hier in Moshi nicht allzuviel los, die Straßenhändler jammern wegen der Low Season, man schwankt ständig zwischen schwitzen und frieren und sowieso schlägt das Wetter ja immer aufs Gemüt. :)
Darum kommen mich auch Stefan und Marie im August besuchen, yippey! Erst werde ich sie in der Kilimanjaro-Region herumführen und danach geht es mit dem Bus nach Dar Es Salaam und Sansibar. 😀

 

 

 

 

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Written by Janine

Überallschlafenkönnerin, Ethnologiestudentin, Tansaniafan, Partymaus, Speisegeek, Teilzeit-Tusse, Vollzeitfeministin, Reiselustigste, Backsteinliebhaberin

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